Innenraum der Johanneskirche - Foto: Volker Nagel-Geißler

"Auf Kurs" ist das gemeinsame Kirchenjournal der Gemeinden des ev.-luth. Kirchenkreises Bremerhaven und informiert über aktuelle Themen und Termine aus unserem Kirchenkreis.

Es erscheint fünfmal im Jahr in Bremerhaven und Imsum mit einer Auflage von 58.000 Exemplaren.

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Was noch zu schreiben wäre...

Hier wie in der Ausgabe Juli 2020 auf Seite 5 angekündigt, die liebevolle Zusammenstellung von Fotos aus der persönlichen Coronazeit unserer Diakonin Ulrike Hartmann.

Falls es beim Abspielen stockt: einfach geduldig sein, es geht von alleine weiter ;-)

Wir, der Jugendkonvent Nord und weitere interessierte Jugendliche, waren im Februar 2020 im Blockhaus in Drangstedt auf Spieleseminar. Es war eine schöne Mischung aus: etwas lernen, viel spielen, singen, beten, gemeinsam kochen und essen, überlegen, planen, lachen, schweigen, spazieren gehen und und und.

Ein solches Wochenende ist zum Lernen, Ausprobieren, Auftanken, Erholen und wieder Durchstarten klasse. Vielen Dank an dieser Stelle an die Gemeinden, den Kirchenkreis und an die Stadt Bremerhaven für die finanzielle Unterstützung! 

Ein kleiner Auftrag an alle Freiwilligen: Entwickelt ein neues Spiel! Wir wollen gerne eine Spielesammlung erstellen. Grundideen oder gezeichnete Spielpläne, ausgearbeitete Aufgaben und Quiz oder was euch einfällt. Bitte setzt euch mit Ulrike Hartmann oder jemanden vom Jugendkonvent Nord bis zum 15.6. in Verbindung oder schickt es ans Gemeindebüro. Wir sind gespannt.

In Ausgabe November 2019 von AUF KURS wurde auf Seite 6 ein Auszug der Rede von Mircea Ionescu veröffentlicht, die dieser anlässlich der Mahnwache für die Opfer von Halle am 14.10.2019 vor der großen Kirche in Bremerhaven gehalten hat. Hier finden Sie nun den vollständigen Text:

Liebe Bremerhavener Freunde, im Namen der „Menorah – Jüdische Gemeinde zu Bremerhaven“ und allen Juden in Bremerhaven, danke ich euch für eure Anteilnahme und euren Beistand in dieser grausamen Zeit.

Wir Juden leben gerne in unserem bunten Bremerhaven. Wir sind gerne deutsche Staatsbürger. Wir beteiligen uns als Teil der Gemeinschaft nach unseren Möglichkeiten, mit Rechten und Pflichten zum Wohlergehen unserer Gesellschaft.

Wir als Juden sind von einigen Seiten unerwünscht und bedroht. Wer uns Juden vertreiben will, handelt unmenschlich und wie in Halle kriminell. Von Deutschland aus wurde schon mal versucht, auf grausame Weise, uns zu vertreiben.

Antisemitismus und Rechtsextremismus sind wieder in Deutschland vorhanden! Macht Deutschland jetzt endlich ernst mit dem Kampf gegen den Antisemitismus? In Halle an der Saale konnte im diesem Jahr die AFD ihre Wählerstimmen verdreifachen. Insofern sind auch die AFD-Wähler nicht mehr ganz unschuldig. Die AFD setzt auf Hass und ist eine der geistigen Brandstifter dieses antisemitischen Attentats.

Judenhass und Fremdenhass ist Menschenhass!

Fremdenfeindlichkeit und Rassismus dürfen nicht toleriert werden. Dieses Thema geht uns alle an. Als der Täter in Halle nicht in die Synagoge eindringen konnte, hat er einfach zwei Menschen – einen davon in einem Dönerladen – erschossen. Dabei hat er nach dem Motto gehandelt, wenn ich schon keine Juden erwische, dann wenigstens Muslime. In einer Atmosphäre von zunehmenden Nationalismus und wachsendem Hass und Gewalt gegen Minderheiten muss leider mit weiteren Übergriffen gerechnet werden.

Es gibt Politiker, die meinen, dass das Attentat von Halle an der Saale ein Alarmzeichen ist. Ein Alarmzeichen ist es schon seit langem nicht mehr. Wir sind mitten in den mörderischen antisemitischen Taten. Wo leben diese Politiker? Wir dürfen uns nichts mehr vormachen! Juden kämpfen in Deutschland ums Überleben. Die Juden in Halle an der Saale wurden mit Schusswaffen angegriffen. Mehr als 20 min. hat der Täter geschossen. Kein Staatsorgan ist ihnen zu Hilfe gekommen. Es ist mehr als ein Alptraum.

Leben wir in einem demokratischen Deutschland? Ja, wir leben in einem demokratischen Deutschland. Aber: Die jüdischen Kinder in Deutschland wachsen mit Maschinengewehren der schützenden Polizei am Eingang der Synagogen, der Schulen, der Kindergärten und aller anderen jüdischen Institutionen auf. Das ist kein normales Leben. Leider sind wir auf die schützenden Staatsorgane angewiesen. Die helfen uns fast immer zu überleben. Aber nur fast immer.

Der Staat hat versprochen, unsere Sicherheit zu garantieren. Wer uns verspricht, uns zu schützen, der muss auch Taten folgen lassen. Halle ist nur ein Beweis von vielen. Am Freitag, dem 4. Oktober versuchte ein Islamist in Berlin mit gezücktem Messer in eine Synagoge einzudringen. Um keine Zweifel an seiner Absicht zu lassen, rief er sowohl den mittlerweile aus Dutzenden Terror-Attacken bekannten Schlachtruf Allah hu akhbar als auch Fuck Israel – für die deutsche Justiz war das kein Grund, den Mann in Haft zu nehmen. Er wurde auf freien Fuß gesetzt. Diese Verantwortungslosigkeit ermuntert Folgetäter jeglicher Herkunft.

Beide, sowohl der Islamist in Berlin als auch der Nazi-Deutsche in Halle, hatten sich Tage ausgesucht, an denen in den besuchten deutschen Synagogen mit Sicherheit betende Juden, also potentielle Opfer anzutreffen waren: Freitag, 4. Oktober, Beginn des Shabbat, Mittwoch, 9. Oktober Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag, der Versöhnungstag. Dabei zeigt diese Aufeinanderfolge zweier Attacken gegen Juden in Deutschland, wie die krankhafte Toleranz von deutschen Politikern, Justiz und Medien dem Judenhass in Deutschland ermutigen.

Wie kann es sein, dass Jugendliche in sozialen Medien sich radikalisieren und dabei unser hoch entwickelter und hoch dotierter Sicherheitsapparat nichts mitbekommt? Was läuft falsch und desaströs mit unserer Sicherheit? Aus unserer Sicht als Juden ist es gleichgültig, aus welchen Gründen die Attentäter uns hassen und ermorden wollen. Wichtig ist nur, ob man endlich etwas gegen den Judenhass tut.

Betroffenheitsrituale, Moralappelle und Sonntagsreden werden diesmal nicht reichen. Die sind zwar schön, werden den nächsten Anschlag aber nicht verhindern. Ich frage mich: Müssen immer erst Menschen sterben, bis gehandelt wird? Wie groß soll noch unser Vertrauen in den deutschen Staat sein? Der Unterschied zwischen Worten und Taten darf in der Zukunft nicht mehr ein Gegensatz sein. Im Dezember 2018 haben sich die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, jüdische Einrichtungen zu schützen und bis 2020, soll sich jeder EU-Staat eine Strategie gegen Antisemitismus – was Sicherheit und Ausbildung von Lehrern betrifft – vorlegen und in die Tat umsetzen.

Viele Juden sitzen auf gepackten Koffern. Die überlegen, Deutschland zu verlassen. Einige Juden sind aus Deutschland schon ausgewandert. Wollen wir ein judenreines Deutschland haben? Wenn nicht, dann müssen wir jetzt entsprechend handeln.

Unsere Jugend, unsere Schüler aber auch deren Lehrer brauchen mehr Wissen über Demokratie, Gleichberechtigung und Menschenrechte. Die Zivilcourage muss gestärkt werden. Die Medien und die sozialen Medien dürfen nicht weiter antijüdische und antiisraelische Klischees verbreiten oder zu Hassbotschaften und zur Gewalt aufrufen.

Die „Menorah – Jüdische Gemeinde zu Bremerhaven“ hat ein Präventionsprogramm gegen Antisemitismus für Schulen und Institutionen entwickelt. Inzwischen haben Studenten der Uni Bremen erfolgreiche Bachelor- und Masterarbeiten darüber geschrieben. Dieses Programm ist im Cuxhavener Landkreis und an Bremer Schulen abgerufen und durchgeführt worden. An Bremerhavener Schulen gibt es nur einzelne interessierte Lehrer, die aus eigener Initiative dieses Präventionsprogramm haben wollen. Die Bremerhavener verantwortlichen Politiker, die Schul- und Integrationsbehörde zeigen immer noch kein Interesse an solchen Präventionsprogrammen. Helfen Sie bitte mit, dass unsere Schulen an solchen Präventionsprogrammen teilnehmen können und dürfen. Die Trägheit der Institutionen ist mehr als alarmierend. Wir brauchen Aufklärungsarbeit in Sicherheitsbehörden, für Schüler, aber auch für Lehrer. Ich lade die Politiker, die Sicherheitsbehörden, die Schulen und alle Bremerhavener ein, mitzuarbeiten für dauerhafte Menschenrechte und Demokratie, gegen Rassismus, Antisemitismus und gegen alle Formen der Diskriminierung in Deutschland. Wir sollen bei uns, hier in Bremerhaven damit anfangen. Ich bitte euch alle! Nehmen Sie Kontakt mit uns auf und helfen Sie, diese Programme bekannt zu machen und die Institutionen davon zu überzeugen. Es ist schon fünf nach zwölf.

Wir, die „Menorah - Jüdische Gemeinde zu Bremerhaven“, warten auf euch, weil wir es nur gemeinsam schaffen können.

Ich danke euch!

Mircea Ionescu

Vorsitzender der Menorah – Jüdische Gemeinde zu Bremerhaven

Bremerhaven, den 14.10.2019 anlässlich der „Mahnwache für die Opfer von Halle“

In der Ausgabe November 2019 von AUF KURS wurde auf Seite 6 ein Auszug des Berichtes von Söhnke Helms veröffentlicht. Hier finden Sie nun den vollständigen Text:

Gegen das Vergessen! – Eine Gedenkstättenfahrt nach Krakau und Auschwitz

„Those who do not remember the past are condemned to repeat it.“ (George Santayana)

Morgens um 07:00 Uhr ging es in Bremerhaven los. Das Ziel lag im Ausland und zwar in Polen. Es ging nach Krakau. Eine Jugendfahrt die anders werden sollte, als die üblichen Fahrten. Wir fuhren nach Krakau um nicht zu vergessen, was in der Zeit des Nationalsozialismus und des 2. Weltkrieges schreckliches passiert ist.

Nach unserer ersten Nacht ging es nach einer kurzen Stadterkundung zum Treffpunkt mit unserem Stadtführer Christian. Christian zeigte uns das jüdische Viertel und erzählte uns viel von dem heutigen Leben der Juden in Krakau. Wie viele Synagogen es in Krakau gibt, haben wir erst mit dieser Führung festgestellt. Wir erfuhren viel über den aktuellen Lebensstil. Mitten auf der Straße haben wir uns in einen Kreis gestellt und sangen ein jüdisches Lied. Genau in diesem Moment ging eine bekannte jüdische Musikerin an uns vorbei, strahlte und man sah ihr an wie sehr es sie gefreut hat, dass uns ein paar der Traditionen übermittelt wurden. Zum Glück ist Christian nebenbei auch Musiker. So konnte er uns genau vormachen, wie sich das Lied anhört. Viele Schauorte von früher wurden uns im jüdischen Viertel gezeigt. Er erklärte uns auch, weshalb es im Judentum Brauch ist, keine Blumen, sondern Steine auf das Grab zu legen. Als Christian uns erzählt hat, dass der Friedhof der gerade vor uns liegt von den Nazis als Müllkippe genutzt wurde, haben wir das erstmal gespürt, was für grausame Dinge in dieser Stadt passiert sind.

Nach der Hälfte der Zeit überquerten wir einen Fluss und nun waren wir im ehemaligen Krakauer Ghetto. Es war für uns unvorstellbar, wie es sich hier für die vielen unschuldigen Menschen angefühlt haben muss. Vor einer Apotheke blieben wir stehen und Christian erzählte uns, dass der Apotheker Tadeusz Pankiewicz damals heimlichen vielen Juden das Leben gerettet hat und selbst, durch seine Lügen gegenüber den Nazis, sein Leben aufs Spiel gesetzt hat. Eine beeindruckende Geschichte, wenn man vor dieser Apotheke steht und gleichzeitig den großen Platz vor sich hat, auf dem sich zwischen 1941- 1943 die Juden versammeln mussten um dann zur Vernichtung in die Konzentrationslager gebracht wurden. Geendet hat die Stadtführung vor der Fabrik von Oskar Schindler. Es war eine sehr informative und intensive Stadtführung durch die wir direkt an die Schauplätze der damaligen Zeit gelangt sind. Es war auch eine Art Vorbereitung auf den kommenden Tag. Unser Besuch in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau.

Auf dem Parkplatz standen viele Reisebusse. Irgendwie hatte man nicht das Gefühl, dass nur wenige Meter entfernt das Konzentrationslager von Auschwitz lag. Wir sagten uns, dass es gut ist, wenn viele Menschen die Gedenkstätte besuchen und so erfahren, was die Nazis für schreckliche Verbrechen verübt haben. Auf der anderen Seite nahm diese Masse an Menschen ein wenig den Charakter dieses Ortes.

Wir nahmen an einer geführten Tour teil und so gingen wir durch das Tor, welches wohl bei vielen Menschen mit dem KZ Auschwitz in Verbindung gebracht wird. „Arbeit macht frei“. Wir konnten nur erahnen wie sich die vielen unschuldigen Menschen gefühlt haben müssen, wenn sie täglich diesen Schriftzug gelesen haben.

Wir wurden durch mehrere Häuser geführt und sahen viele Bilder, original Dokumente und Schlafräume. In einem Raum lagen tausende Koffer. Man konnte die Namen der Besitzer*innen lesen. Tausende Schuhe, Haarbürsten, Eigentum der Gefangenen. Im nächsten Raum lagen über zwei Tonnen echtes Menschenhaar. Das Gefühl, welches wir in diesem Moment hatten, kann man nicht beschreiben. Man kann es einfach nicht verstehen. Uns wurde gesagt, dass insgesamt über 14 Tonnen Menschenhaar gefunden wurde.

Es ging weiter. Es gab keinen Ort, der nicht Zeugnis von schrecklichen Momenten gewesen ist. Wir liefen nicht durch Filmkulissen. Wir sahen original Schauplätze. Gefängnisse, die Todesmauer, Galgen. Und warum waren die Fenster häufig zugemauert? Damit die Gefangenen nicht mitbekommen, was draußen Schreckliches passiert. Ihnen wurde ja ein besseres Leben versprochen. Johann de Buhr beschrieb es wie folgt: „Die Brutalität und eine bis ins kleinste Detail perfekte Tötungsmaschinerie die in den Bildern und Erzählungen aus Ausschwitz und Birkenau zum Ausdruck kommt, stimmt in tiefe Trauer und kalte Wut.“ Auschwitz wirkte wie ein perfekt durchdachter Ort in dem die Nazis genau geplant haben was sie schreckliches vorhaben.

„Der nächste Ort ist ein Ort, an dem ich nichts sage. Er spricht für sich selbst“ sagte Ewa, unser Tourguide. Ja, er sprach für sich: Wir standen in einer Gaskammer.  Was muss es für ein schreckliches Gefühl gewesen sein mit dem Gedanken einer frischen Dusche in diesen Raum zu gehen und dann zu merken, dass man umgebracht wird. Direkt im Nebenraum gingen wir an zwei Öfen vorbei. Das erste Krematorium von Auschwitz. Man kann einfach nicht verstehen, was Menschen zu solchen schrecklichen Dingen treibt.

Drei Kilometer entfernt waren wir nun im zweiten Teil der Gedenkstätte. In Birkenau. Wir gingen durch das große Holztor und sahen die Schienen. Die Größe dieses Ortes erschlug uns fast. Wir standen vor einem originalen Waggon und Ewa fragte uns, ob wir uns an das Bild erinnern auf dem hunderte von Juden standen. Aufgeteilt in zwei Gruppen. Männer, ältere Jungs und arbeitsfähige Frauen auf der einen Seite und der Rest auf der anderen? Wer zu schwach zum Arbeiten war entschied ein Nazi binnen einer Sekunde. Weg, weg, behalten, weg…

Ewa sagte, dass wir gerade genau an dieser Stelle stehen und nun den Weg laufen, die die Gruppe der nicht arbeitsfähigen Menschen gelaufen ist: Direkt aus dem Waggon in die Gaskammer wo sie vernichtet wurden.

Die großen Gaskammern in Birkenau sind zerstört. Übrig sind nur noch die zusammengestürzten Gebäude. Alleine die Vorstellung war für uns einfach nicht zu begreifen. Geendet hat die Führung in Birkenau in einer original erhalten Baracke. Diese Baracke diente dafür, dass ankommende Frauen die nicht direkt in die Gaskammer geführt werden konnten wie Tiere in einem Stall gehalten wurden, bis das Krematorium wieder Kapazitäten hatte um weitere Leichen zu verbrennen. Holzbretter die übereinander angebracht wurden. Auf jedem Brett mussten die Frauen zu viert schlafen. Ohne Decken. Ohne Essen. Ohne Licht. Die, für die kein Platz mehr war, musste im kalten Innenhof leben und erfroren teilweise schon dort.

Ewa beendete die Tour mit den Worten, dass wir nun nicht verstehen was damals an diesem Ort passiert ist, denn man kann es nicht verstehen. Sie hat Recht.

Wer die KZ-Gedenkstätte Ausschwitz und das Lager Birkenau besucht, der stellt sich viele Fragen. Warum? Wie hat das angefangen? Wieso konnte niemand es verhindern?

Es bleibt die erschreckende Erkenntnis, wie die nationalsozialistische und rassistische Ideologie Menschen dazu gebracht hat, Mord an Juden, an politischen Häftlingen, an Andersdenkenden, an Sinti und Roma zum Alltagsgeschäft zu machen.

Zurück in Krakau haben wir uns zusammengesetzt und hatten Raum und Zeit das Erlebte zu verarbeiten. Johann sagte: „Man darf dem Tod und dem Bösen nicht das letzte Wort lassen. Auch nicht den gegenwärtigen Tendenzen in der Gesellschaft und der Politik, mit dem Schüren von ausgesprochenen oder unausgesprochenen Ängsten Ausgrenzung, Intoleranz und Hass neuen Nährboden zu geben.“

Es war ein komisches Gefühl nun wieder in der Stadt zu sein, aber wir entschieden uns nochmal raus zu gehen um gemeinsam ins jüdische Viertel zu fahren. Dort haben wir einen klassischen polnischen Snack gegessen. Der Snack entpuppte sich allerding als sehr große Portion. Zapiekanki sind belegte Baguettes, sind knappe 40cm lang und reichlich belegt. Es war sehr lecker und satt waren wir definitiv.

Am Donnerstag sind wir in Kleingruppen durch Krakau gezogen. Wir haben viele unterschiedliche Dinge gemacht und besucht. Wir waren im Innenhof der Burg, in dem die Nazis damals ihre Paraden gefeiert haben, waren in einer alten Steinhöhle, haben über 15 Kirchen besucht, haben geschichtliches der Stadt und des Landes erfahren und haben die Vielfalt der unterschiedlichen Synagogen erleben dürfen. Am Abend haben wir uns dann in einem israelischen Restaurant getroffen und haben typische israelische und jüdische Speisen gegessen. Ein kulinarischer Exkurs, der allen sehr gut geschmeckt hat. Zurück in unserer Unterkunft haben wir uns in der Küche getroffen und eine schöne und musikalische Andacht gefeiert.

Am Freitag ging es dann wieder zurück nach Bremerhaven. Wir waren uns einig, dass es eine Fahrt war, die anders war als die, die wir bisher erlebt haben. Einig waren wir uns aber auch, dass es wichtig ist Schauplätze der Vergangenheit zu besuchen umso niemals zu vergessen, was der Nationalsozialismus und die Nazis für schreckliche und menschenunwürdige Verbrechen verübt haben.

Söhnke Helms | Stadtjugendreferent im Kirchenkreis Bremerhaven

Am Sonntag, 30.06. feierten Gemeinden aus ganz Bremerhaven zum 5. Mal ein ökumenisches Tauffest am Weser Strandbad. Hierbei empfingen 86 Bremerhavener im Alter von gerade mal 4 Wochen bis 62 Jahren den Segen Gottes in der Weser. Alle Beteiligten, darunter ca. 1000 Gäste, genossen dieses besondere Erlebnis unter freiem Himmel und bei stahlendem Sonnenschein.

Eindrücke vom Tauffest 2019

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